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Auslagerung von Versorgungsanlagen - Outsourcing

Contracting

Investitionen einsparen

Neue Heizanlagen kosten viel Geld und binden Kapital, das Unternehmen oder Vermieter gut für andere Investitionen brauchen könnten. Doch die Energie-Versorgung eines Gebäudes kann auch durch eine Fremdfirma erfolgen: Contracting ist die Übertragung von Energie-Dienstleistungen vom Nutzer oder Eigentümer einer Immobilie auf einen Dienstleister. Dieser übernimmt von der Planung, Errichtung, Betreibung und Wartung der Anlage alle Kosten. Die Wärme verkauft der Contractor anschließend an den Gebäudeeigentümer zu einem vorher vereinbarten Preis.

Der Vorteil: Ohne eigene Investitionen zu tätigen, erhält der Gebäudeeigentümer eine moderne, effiziente und Energie sparende Heizanlage und muss sich selbst nicht mehr um die Technik kümmern. Voraussetzung, dass sich dieses Modell lohnt, ist allerdings die tatsächliche Energie- und Kostenersparnis. Diese wird vorher genau kalkuliert und ist Bestandteil des Vertrags mit dem Contracting-Anbieter. Auch während des Betriebs werden ständige Kontrollen durchgeführt. Treten Störungen auf oder ist der Verbrauch zu hoch, geht eine Meldung an den Contracting-Betreiber, der die Störung behebt.

Ein zusätzlicher finanzieller Anreiz ist die staatliche Förderung. Die KfW fördert beispielsweise im Rahmen ihres Wohnraum-Modernisierungsprogramms II und dem Programm zur CO2-Minderung auch Anlagen-Contracting.

Contracting Modelle

Contracting-Modelle

Das Energieliefer-Contracting (auch Anlagen-Contracting genannt) ist mit über 90 Prozent die häufigste Contracting-Variante, weiß Frank Stoppa vom Verband für Wärmelieferung (VfW). Meist handelt es sich dabei um Wärme-Lieferung, doch auch die Versorgung mit Strom, Kälte oder Druckluft ist möglich. Investor und Versorger ist immer der Anbieter und nicht der Gebäudeeigentümer. Solche Verträge haben Laufzeiten von 10 bis 15, in Einzelfällen bis zu 20 Jahren. Nach Vertragsende bleibt der Contractor Eigentümer der Anlage.

Beim Energieeinspar-Contracting versucht die Contracting-Firma, Einsparpotentiale an verschiedenen Stellen im Gebäude zu finden und finanziert entsprechende Umbauten. Ziel ist es, dass sich die Investitionen nach drei bis zehn Jahren amortisieren. Wird der Nutzer nicht schon mit Vertragsbeginn an den finanziellen Einsparungen beteiligt, wirken sich die Vorteile erst nach Ablauf der Amortisation der vom Contracting-Anbieter getätigten Investitionen aus. Lohnend ist Energieeinspar-Contracting meist nur bei Bestands-Immobilien im gewerblichen, industriellen und kommunalen Bereich.

Beim Finanzierungs-Contracting bleibt der Energie-Nutzer Eigentümer und Betreiber der Anlage. Der Contractor stellt lediglich die Anlage bereit und erhält dafür ein Entgelt vom Nutzer.

Beim Betriebsführungs-Contracting (auch technisches Anlagen-Management genannt) ist der Contracting-Anbieter Betreiber, nicht jedoch Lieferant der Energie. Er finanziert sich aus einer Betreiber-Pauschale. Ziel ist es - wie beim Einspar-Contracting - die Effizienz der Anlage zu erhöhen und dadurch die Energiekosten zu senken. Die Vertragslaufzeiten sind bei dieser Variante meist sehr kurz.

Energie einsparen

Durch den Austausch einer alten Heizanlage gegen eine moderne können oftmals 30 oder gar 40 Prozent an Energie eingespart werden. Doch nicht nur die Art der Heizanlage hilft, mit Energie zum knausern. Durch eine intelligenten Steuerung und Fernüberwachung durch den Contractor lässt sich der Brennstoff-Verbrauch meist noch mal um fünf bis zehn Prozent reduzieren, erklärt VfW-Mann Frank Stoppa. Dennoch müsse für jedes Gebäude individuell die Ersparnis berechnet werden. Eine pauschale Aussage lasse sich nicht generell machen, denn jede Immobilie hat ganz unterschiedliche Voraussetzungen.

Bei allen Vorteilen birgt Contracting allerdings auch Risiken. Geht etwa der Contractor während der Vertragslaufzeit pleite, kann es zu Problemen kommen - denn der Betreiber ist ja meist auch Eigentümer der Anlage und diese gehört rein rechtlich zur Konkursmasse. Ist das Unternehmen allerdings Mitglied im Verband für Wärmelieferung (VfW), übernimmt dieser Garantien für den weiteren Betrieb und springt als Träuhänder ein. Ansonsten sollte schon bei Vertragsabschluss genau geregelt sein, was passiert, wenn der Contractor insolvent wird.