Hauskauf lohnt sich

Immobilienerwerb heute
Die Marktpreise sind moderat, und die Zinsen befinden sich auf einem historischen Tiefstand! Die
Preise für Wohneigentum haben in den vergangenen zwei Jahren um 4,2 Prozent nachgegeben. Das
Preisniveau für Einfamilienhäuser lag mit einer Steigerungsrate von etwa einem Prozent unterhalb der
Inflationsrate.
Neben der derzeitigen Marktlage sprechen auch andere Argumente für den Immobilienerwerb. Auf
Dauer ist die Miete häufig teurer als die Eigenheimfinanzierung und mit dem Wohneigentum steigt die
Lebensqualität. Vor allem aber im Hinblick auf die private Altersvorsorge bietet Wohneigentum die
beste Absicherung. So spart ein Immobilienbesitzer laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im
Alter monatlich im Schnitt 530 Euro, ein Zweipersonenhaushalt gar 632 Euro. Angesichts des noch
schwachen Konjunkturaufschwungs und eines weiterhin unsicheren Arbeitsmarktes sollte jeder
Immobilienerwerber vor dem Kauf jedoch die Finanzierung sicherstellen.
Mindestens 20 Prozent Eigenkapital !
Für die Immobilienfinanzierung sind das Eigenkapital, niedrige Zinsen und eine schnelle Tilgung
entscheidend. Grundsätzlich sollten Käufer von Immobilien versuchen, ihr Wohneigentum in
absehbarer Zeit schuldenfrei zu bekommen. Deshalb ist ein hoher Anteil an Eigenkapital das
Fundament einer soliden Baufinanzierung. 20 Prozent der benötigten Summe sollten mindestens
vorhanden sein, im Idealfall ein Drittel.
Wenn Eigenkapital aus Bausparverträgen, Lebensversicherungen oder Fondsvermögen in die
Immobilienfinanzierung mit einfließt, sind hierbei Laufzeiten, Kündigungsfristen und mögliche Verluste
durch eine vorzeitige Rückgabe mit einzukalkulieren. Egal, ob gebrauchte Immobilie oder der
Entschluss zum Bau eines Eigenheims, zum Bau- und Kaufpreis kommen bis zu zehn Prozent an
Nebenkosten für Notar, Grunderwerbssteuer, Makler und Grundbucheintrag hinzu.
Jeder Käufer muss im Auge behalten, dass er mit der Immobilienfinanzierung eine sehr langfristige
Bindung von nicht selten 20 bis 30 Jahren eingeht. Daher sollte er auch an mögliche Ausfallzeiten
beim Einkommen durch Arbeitslosigkeit, Mutterschaft oder Krankheit denken. Andere größere
Anschaffungen müssen ebenfalls mit eingeplant werden, wie zum Beispiel der nächste Autokauf. In
jedem Fall ist es ratsam, trotz Immobilienerwerb zwei bis drei Monatseinkommen für eventuelle
Notfälle und unvorhergesehene Ausgaben zurückzuhalten.
Niedrige Zinsen für höhere Tilgung nutzen!
Eine Aufstockung der eigenen finanziellen Mittel lässt sich häufig mit Hilfe staatlicher
Förderprogramme, wie zum Beispiel der Eigenheimzulage, erreichen. Über die Förderbedingungen,
Antragsfristen und Laufzeiten sollte sich jeder Immobilienerwerber vorab informieren.
Vor der Aufnahme eines Kredits für den fremdfinanzierten Anteil an der Immobilie empfiehlt sich ein
Überblick über die Zinssätze und Konditionen verschiedener Banken. Auch wenn der Immobilienkredit
häufig über Spezialanbieter läuft, sollte auch die eigene Hausbank mit einbezogen werden. Generell
gilt es eine monatliche Belastung durch die Fremdfinanzierung oberhalb von 45 Prozent des
Nettoeinkommens zu vermeiden.
Der Zinssatz eines Immobilienkredits wächst in der Regel mit der Dauer der Zinsbindung. Zunächst
erscheint die kurzfristige Finanzierung mit einem fest vereinbarten Zins daher attraktiver. Bei
Kurzkrediten wächst jedoch das Risiko, dass nach ihrem Ablauf die monatliche Zinsbelastung deutlich
ansteigt. Festzinsvereinbarungen bilden dagegen im Allgemeinen eine verlässliche
Kalkulationsgrundlage. Die derzeitige Niedrigzinsphase sollte zu einer höheren Tilgung genutzt
werden. Eine Vereinbarung über kostenlose Sondertilgungsmöglichkeiten ist sinnvoll.